Edwards Kombys II
Installation bei der Kunstkombüse 2024, Bad Segeberg
Bad Segeberg. Ein grüner Sonnenschirm. Eine Plastikbank. Ein Picknick. Ein Bankett. Ein Fest. In Erinnerung an den mittelalterlichen Begriff der „Kabuse“ (14. Jhd. Mnd), als Verschlag oder Hütte (auf dem Schiff) wird auf dem Bad Segeberger Marienkirchplatz eine begehbare multimediale Kabuys installiert. Der Idee der „Kabuse“ als Verschlag entsprechend, können sich die Besucher*innen in ihr zurückziehen, doch Sie tun dies in totaler Offenheit und Einsicht. Der Film Festsitzende Polyesterbeine erzählt dabei von dem Stecken von Zehen durch Nähte, dem Kauen auf etwas Halbhartem, dem Vermengen von Wissen und dem Erschrecken von Neuordnungen. Dabei wird sich vertraute Kenntnis alles Vorgängigen einschleichen. Anekdotische, poetologische und theatrale Elemente vermengen sich mit sich wiederholenden Sprachkonventionen. Zum Schluss bleibt eine Ahnung, dass sich „eine vertraute Kenntnis alles Vorgängigen einschleicht“. Und: „Wussten Sie, dass Prinz Edward von Woodstock, die Sitte, dass bei Tisch der Rangniedrigere, dem Ranghören die Speisen reicht, so ernst nahm, dass er dem gefangengenommenen französischen König Johann, den II. nicht nur zum Mahl einlud, sondern ihm sogar eigenhändig servierte?“
Video mit: Sandra Wolf - Musik: Organic Milk Baby
Bad Segeberg. A green parasol. A plastic bench. A picnic. A banquet. A feast. In memory of the medieval term ‘Kabuse’ (14th century Mnd), as a hut or cabin (on a ship), a walk-in multimedia Kabuys will be installed on St Mary's Church Square in Bad Segberg. In keeping with the idea of the ‘Kabuse’ as a shed, visitors can withdraw into it, but they do so in total openness and insight. The film Festsitzende Polyesterbeine tells of sticking toes through seams, chewing on something half-hard, mixing knowledge and the shock of rearrangements. Familiar knowledge of everything that has gone before will creep in. Anecdotal, poetological and theatrical elements intermingle with repetitive linguistic conventions. In the end, there is a sense that ‘a familiar knowledge of everything that has gone before creeps in’. And: ‘Did you know that Prince Edward of Woodstock took the custom of the lower-ranking person serving food to the higher-ranking person at table so seriously that he not only invited the captured French King John II to a meal, but even served it to him himself?’
video with: Sandra Wolf - music: Organic Milk Baby
Terror & Spiel: der 7. Reichsparteitag
"Das Geräusch der Utopie. Der herrliche Gestank der Freiheit. Das Licht und der Schatten von 100 Jahren Demokratie. Der Schweiß der Motivationstrainer. Das Grab von Heiner Müller. Der Samen von Friedrich Merz. Die Ausdauer von 100 weißen Schimmeln. Das Rascheln des Terrors. Das Klacken von Insektenaugen. Das Glitzern der toten Makrele. Der Sirenengesang des Dosenbiers. Der schimmlige Geschmack von Graf Arkos Pistole. Der schäumende Doktor. Die verrottenden Maschinen. Ein langer Bart. Mehr Freiheit als drei Freikorps zusammen. Der lange Weg zur Schlachtbank. Die Hypergeilheit der Investoren. Der janusköpfige Ruhm der Ikone. Die Träumereien der heiligen Idioten. Die Wertschöpfung der Intersubjektiven. Der Militarismus der Schreibtische. Die Drehmomentsleistungen der Zwölfzylinder. Flirrende Projektionen der Zukunft. Noneuklidische Wesenheiten. Schmutz, Schlamm, Blut und Gestank! Diskurs und Propaganda! Solidarität mit Claudio K. – es ist wieder chronotopische Karnevalszeit! Hurra! Frohlocke, Beihörn! Es ist wieder Parteitag!" (Text: girl-to-guerilla.de)
"The sound of utopia. The glorious stench of freedom. The light and shadow of 100 years of democracy. The sweat of motivational coaches. The grave of Heiner Müller. The seed of Friedrich Merz. The endurance of 100 white molds. The rustling of terror. The clacking of insect eyes. The glistening of dead mackerel. The siren song of canned beer. The moldy taste of Count Arko's pistol. The foaming doctor. The rotting machines. A long beard. More freedom than three Freikorps put together. The long road to the slaughter. The hyper-horniness of investors. The Janus-faced glory of the icon. The reveries of the holy idiots. The value creation of the intersubjective. The militarism of desks. The torque performance of twelve-cylinder engines. Shimmering projections of the future. Noneuclidean entities. Dirt, mud, blood and stench! Discourse and propaganda! Solidarity with Claudio K. - it's chronotopic carnival time again! Hooray! Hooray, Beihörn! It's party time again! "(text translated from: girl-to-guerilla.de)
Inszenierung & Performance: (c) Girl to Guerilla. Das Theaterkollektiv
Dauer 44h
Premiere 01.-03.01.2019 – Köşk, München



















